Morgenstund hat Knacker im Mund

Während andere am Samstag um neun Uhr morgens vielleicht zum ersten Mal im kuscheligen Bett die Augen öffnen oder gemütlich beim Frühstückstisch ihren ersten Kaffee trinken, stehen Charlie und ich schon mitten im Leben: Hundeschule mit Agility Training steht am Programm und heute sogar mit Fotoshooting! 

Asten, 9 Uhr, 9 Grad: Topmotiviert betritt unsere Agility-Gruppe den Rasen des Hundeplatzes bei Willis Freizeitstüberl in Asten. Unsere kleine vierköpfige Hundegruppe ist bereits seit geraumer Zeit ein eingespieltes Team: Der hellbraune Rehpinscher Tobi (der aufgrund von Kälte und Regen noch seinen Morgenmantel trägt), sein bester Freund Luca (der Charlie schon von weitem sämtliche Knurr- und Zerfleischgeräusche zuschickt), Yorkshire Terrier Timmy (der für jeden Spaß zu haben ist) und natürlich mein Beagle Charlie (der sich am Hundeplatz in eine knackerfressende Befehlsmaschine verwandelt).

Luca darf mit dem Parcours, bestehend aus Cavalettistäben, Slalomstangen, Tunnel, Reifen und Hürden beginnen – aus Sicherheitsgründen bleibt die Leine um seinen Hals gewickelt. Denn Erzfeind Charlie könnte ja jeden Moment zum Kampf bereit sein. Höchst konzentriert meistert Luca den Parcours nicht nur superschnell, sondern auch sehr elegant.

Tobi, der bei Regen kaum außer Haus zu bringen ist, lässt sich mit Hilfe von Guzis vom Frauli erweichen – der Blick zur Kamera wird konsequent vermieden.

Bei Timmy erscheinen die Cavalettistäbe am Boden schon fast wie Hürden – kein Wunder also, dass der kleine Yorkie auch Tage hat, wo ihn der Agility-Kurs wenig interessiert. „Was macht Tobi eigentlich? Wie kann ich Luca am besten nerven?“, scheint ihm wohl manchmal durch den Kopf zu gehen, wenn er sich während dem Parcours trotz energischer Schreie vom Frauli einfach aus dem Staub macht. Seinen Blick dabei möchte ich euch nicht vorenthalten 😉

Da ich ja fotografiere, darf Charlie heute ausnahmsweise mit Hundetrainerin Carina den Parcours bewältigen – und es ist ihm auch egal, welchen Körper er entlang springen muss, hauptsache es springt eine Knacker für ihn raus.

So, aber jetzt, es geht auf Zeit. Die Fraulis und Herrlis werden nervös, den Hunden scheint es egal zu sein. Tobi meistert den Parcours in sagenhaften 36 Sekunden, Luca landet dicht dahinter auf Platz zwei mit 37 Sekunden. Timmy verweigerte zwar den Sacktunnel, landet aber trotzdem auf Platz drei mit einer Minute und 20 Sekunden.

Und Charlie? Der boykottiert nicht nur die Hürden, sondern legt auch einen circa zweiminütigen Sitzstreik vor dem Sacktunnel ein, fädelt sich dann in einem unbemerkten Moment aus seinem Brustgeschirr und spielt „nackert“ mit seinen kleinen Hundefreunden.

„Frauli, war ich heute nicht besonders brav?“, scheint er mich (wieder eingefangen) zu fragen und bettelt um die restlichen Knackerstücke. Na gut, lange kann ich meinem verrückten Beagle ja nicht böse sein …

 

 

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